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Projekte

Begleitung für pflegende Angehörige

Der Sozial- und Gesundheitssprengel Klausen - Umgebung startete im November 1999 zum ersten Mal das Projekt „Begleitung für pflegende Angehörige“. Ziel dieses Projektes war und ist es, die pflegenden Personen in ihrer Arbeit, die oft den Einsatz während des Tages und der Nacht erfordert, praktische Hilfestellungen und psychische Unterstützung zu geben sowie Entspannung und einen Erfahrungsaustausch über den Pflegealltag zu ermöglichen. Das Fachpersonal des Sozial- und Gesundheitssprengel begleitet diese Gespräche und Unternehmungen. Es werden auch - entsprechend den Wünschen der TeilnehmerInnen - ExpertInnen z. B. in den Bereichen Altersdemenz, Parkinson, Psychologie, Seelsorge eingeladen.
Jeden ersten Mittwoch des Monats von Oktober bis Mai trifft sich die Gruppe von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr im Mehrzweckraum des Sozial- und Gesundheitssprengels Klausen - Umgebung, Seebegg 17. Interessierte können jederzeit an den Treffen teilnehmen.

EINLADUNG - Begleitung für pflegende Angehörige

Um Angehörige zu pflegen Doch wissen wir es schon seit Jahren:
braucht man Kraft und Energie, gemeinsam tankt man wieder auf!
Tag und Nacht muß man sich regen Von der Gruppe kann man viel erfahren,
und Feierabend hat man nie. und Fachleut' geben noch 'was drauf.

So wollen wir zusammensitzen
im Sprengel oben, wie gewohnt,
einmal im Monat - nicht verschwitzen! -
weil sich zusammenhalten lohnt.
Christa Berger

Veranstalter: Sozial- und Gesundheitssprengel Klausen-Umgebung
Tel. Nr. 0472/847494 - Bürgerservice
Ort: Sprengelsitz Klausen - Mehrzweckraum

Die Treffen finden jeden ersten Mittwoch bzw. zweiten Mittwoch * im Monat von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr statt.

Mittwoch, 07. Oktober 2009
"Hilfreiche Aromaöle in der Pflege"
Mitarbeiterinnen des Sprengels Klausen
Mittwoch, 04. November 2009
Törggelen beim Huber in Pardell
Mittwoch, 02. Dezember 2009
"Reden übers Sterben"
Pfarrer Arthur Schmidt, Bibelzentrum Neustift
• *Mittwoch, 13. Jänner 2010*
Rodeln auf  der Villanderer Alm
Mittwoch, 03. Februar 2010
Hilfsreiche Alltagsrituale - "Mir Gutes tun"
Patrizia Pichler, dipl. Krankenpflegerin, Lebens. und Trauerbegleitung
Mittwoch, 03. März 2010
Hl. Messe in Säben - dazu sind besonders auch alle Angehörigen eingeladen, dessen Betreute in den letzten Jahren verstorben sind
Mittwoch, 07. April 2010
"Menschen zur selbständigen Bewegung unterstützen"
 Berger Paul, Kinästhetiktrainer, Krankenpflger
Mittwoch, 05. Mai 2010
"Heilsame Wickel und Auflagen"
Elisabeth Gamper, dipl. Krankenpflegerin, Tutorin der Fachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana

 Donnerstag 22. Juli 2010
Ausflug der "Pflegenden Angehörigen" auf die Geisleralm in Villnöss
Treffpunkt      : 09.00 Uhr im Sprengel Klausen
Gehzeit          : von der Zanseralm ausgehend ca. 2 Stunden
                         Fahrmöglichkeit ab Zanseralm, wenn gewünscht, wird organisiert
Anmeldung  : bis 20. Juli im Sozialsprengel Klausen - Tel. 0472/847494



Persönlichkeitsfördernde Maßnahmen für sozial gefährdete Jugendliche mit integrierter Elternarbeit

Ziel des Projektes ist es, MittelschülerInnen aus Klausen und Umgebung mit unterschiedlichen Schwierigkeiten Hilfestellungen, Begleitung und Unterstützung während des Schuljahres zu bieten. Im Vordergrund des Angebotes stehen präventive Maßnahmen im Sozialverhalten wie Konfliktbearbeitung und Umgang mit Frustration und Aggression sowie die Förderung der Persönlichkeit der Jugendlichen.
Angeboten wird eine Gruppenbetreuung am Montag, Mittwoch und Freitag von 14.00 Uhr bis 17.15 Uhr.
Das Projekt hat zwei Schwerpunkte: Der eine Schwerpunkt umfasst die Hausaufgabenbetreuung. Die Unterstützung bei den Hausaufgaben soll dazu dienen, durch schulische Erfolge Selbstbewusstsein und Motivation zu erlangen. Eine gute und kontinuierliche Zusammenarbeit mit der Schule und den jeweiligen Lehrpersonen ist dabei unerlässlich.
Der zweite Schwerpunkt bildet die gemeinsame Freizeitgestaltung. Den Jugendlichen sollen kreative und anregende Möglichkeiten geboten werden, ihre Freizeit aktiv zu gestalten. Gemeinsames Basteln, Brettspiele, Spiele und Bewegung in der Turnhalle und im Freien sowie Kochen und anderes sollen den Jugendlichen hier die Möglichkeit der Selbst-Erfahrung bieten. Persönliche Fähigkeiten und Vorlieben können durch die kreative Tätigkeit entdeckt und unterstützt werden. Die MittelschülerInnen können in einer Gruppe mit Gleichaltrigen neue Erfahrungen machen, sich dort erproben, ihr Selbstwertgefühl und ihr Selbstbewusstsein stärken. Im Freizeitbereich gibt es je nach Thema auch die Zusammenarbeit mit dem Jugenddienst, der Jugendinformations- und Beratungsstelle "Young + Direct", dem AVS, den verschiedenen Sportvereinen und anderen Fachkräften.
Eine gute Zusammenarbeit und einen regelmäßigen Austausch mit den Eltern ist grundlegend für die Arbeit mit den Jugendlichen. Sie erfolgt durch Elternabende, persönliche Gespräche und telefonische Kontakte.
Dieses Projekt wurde im Oktober 1997 gestartet und auf Grund der konkreten Erfahrungen, der Bedürfnisse der Eltern und der TeilnehmerInnen als auch der theoretischen Erkenntnisse im Laufe der Jahre weiterentwickelt und angepasst.

Dr. Herlinde Goller, Sprengelleiterin



Arbeit für Menschen mit Beeinträchtigung
Ein Forschungsauftrag für die Sozialdienste Eisacktal


Rund 14,5 % der Bevölkerung der 25 EU-Staaten sind in irgendeiner Weise behindert. Die EASPD (European Association of Service Providers for Persons with Disabilitiers), eine europäischen Dachorganisation, vertritt die Interessen dieser Menschen in den europäischen Gremien und betreibt bei politischen Entscheidungsträgern Lobbyarbeit für ihre Anliegen. Als Mitglied der Dachorganisation EASPD arbeiteten die Sozialdienste Eisacktal beim Forschunsprojekt LABOr - finanziert durch die EU - mit. Mit diesem Projekt sollen die Ausbildungswege sowie Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten von Menschen mit geistiger Behinderung verglichen und der Austausch von Informationen und bewährten Lösungen gefördert werden. Im Knowledge Center im Internet auf www.start-labor.org werden die Ergebnisse der Umfragen präsentiert sowie unterschiedlich Herangehensweisen und Erfahrungen im Bereich der Integration von Menschen mit Beeinträchtigung vorgestellt.
Die wichtigsten Ergebnisse dazu:
• Menschen mit Beeinträchtigung wollen arbeiten;
• Menschen mit Beeinträchtigung sind Menschen mit individuellen Bedürfnissen und brauchen deshalb individuelle Lösungen: die Arbeit muss an den Menschen angepasst werdern;
• der europäische Trend entwickelt sich dort hin Menschen mit geistiger Behinderung in den freien Arbeitsmarkt zu integrieren;
• geschützte Arbeitsplätze sind eine wichtige Option für Menschen mit Beeinträchtigung, sie sollen auch die Möglichkeit der Weiterentwicklung bieten;
• die Ausbildung von Menschen mit Beeinträchtigung muss besser an reale Arbeitssituationen angepasst werden z. B. indem die Berufsausbildung am Arbeitsplatz selbst erfolgt.
Die Sozialdienste der Bezirksgemeinschaft Eisacktal werden diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in ihrer praktischen Arbeit berücksichtigen und Entwicklungen in diese Richtung vorantreiben.

Für weiterführende Informationen können Sie sich gerne an Dr. Herlinde Goller Direktor-Stellvertreterin der Sozialdienste Eisacktal (0472 847 494) wenden.


Die Begleitung am Arbeitsplatz

am Beispiel eines Menschen mit psychischer Erkrankung, 28 Jahre alt, Handelsschulabschluss, gute Computerkenntnisse.

Das Arbeitsvermittlungszentrum Brixen erkundigt sich bei den Sozialdiensten Eisacktal - der Arbeitsplatzbegleiterin - ob es möglich ist Herrn NN am Arbeitsplatz zu begleiten. Die Arbeitsplatzbegleiterin wird kurz über die allgemeine Lebens- und Arbeitssituation von Herrn NN informiert. Während eines gemeinsamen Gesprächs mit dem Psychiater, der Herrn NN betreut, mit dem Arbeitsvermittlungszentrum und der Arbeitsplatzbegleiterin werden Informationen ausgetauscht und Zielsetzungen besprochen. Herrn NN soll in seiner Zukunftsplanung unterstützt werden. Die Arbeitsplatzbegleiterin wird die Belastbarkeit am Arbeitsplatz und die Fähigkeiten erkunden, welche Herr NN bereits mitbringt. Zudem wird Herr NN in seinen Freizeitaktivitäten unterstützt werden, um Alternativen zum Alkoholkonsum zu eröffnen.
Nach diesem Austausch informiert das Arbeitsvermittlungszentrum den Betrieb bzw. die Bezugsperson im Betrieb über die Unterstützung von Herrn NN durch die Arbeitsplatzbegleiterin sowie über Zielsetzung und Maßnahmen der Begleitung. Herr NN und die Arbeitsplatzbegleiterin werden vom Arbeitsvermittlungszentrum im Betrieb vorgestellt.
Die Arbeitsplatzbegleiterin vereinbart mit Herrn NN 14tägige Besuche im Betrieb. Diese Besuche werden für Gespräche mit Herrn NN und der Bezugspersonen im Betrieb genützt. Zu Beginn der Arbeit mit Herrn NN legt die Arbeitsplatzbegleiterin die Aufmerksamkeit auf den Aufbau einer vertrauensvollen Gesprächsbasis. Folgende Themen werden im Laufe der Gespräche bearbeitet:
sinnvolle und realistische Einteilung des Urlaubs von Herrn NN um damit eine im Voraus geplante Freizeitgestaltung zu ermöglichen;
Erstellung des Fähigkeitsprofils: Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung;
Interessen und Wünsche betreffend eine neue Arbeitsstelle und der Freizeit.
Welche Voraussetzungen bestehen, um die neuen Ziele umzusetzen, welche müssen noch erwerben werden?


Die Sozialpädagogische Familienarbeit
Erfahrungsbericht

Im Juli 2004 fragte eine Krankenpflegerin des Gesundheitssprengels bei der Sozialassistentin im Sozialsprengel Klausen - Umgebung um Mitarbeit in folgender Situation an:
Eine verwitwete Mutter von 2 Kindern im Mittelschulalter befindet sich im Endstadium ihrer Krebserkrankung. Das Thema, wie es mit den beiden Kindern weitergehen soll, wird zu diesem Zeitpunkt weder von den direkt Betroffenen selbst, den Angehörigen noch den beteiligten Fachkräften des Gesundheitsdienstes und der Hauspflege offen angesprochen. Es ist noch völlig unklar, ob es eine Pflegefamilie für die Kinder geben wird oder ob sie in ein Heim untergebracht werden. Die ernsthafte Lage ist dem Großteil der Angehörigen zudem nicht in ihrem vollen Ausmaß bewußt bzw. wird von ihnen nicht als solche erkannt.
Die Sozialassistentin besprach mit der „Familienarbeiterin“ der Sozialpädagogischen Familienarbeit die Situation und diese übernahm die Fallführung, das sogenannte Case- Management.
Ziel dieser Begleitung sollte es sein, Frau NN besonders im Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen und die nötigen Schritte zur Klärung ihrer Zukunft vorzubereiten und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Die Arbeit der Familienarbeiterin bestand nun darin, vorerst mit allen Beteiligten zu sprechen und daraus zu erkennen, was in dieser dringlichen Lage als erstes ansteht. Die Familienarbeiterin organisierte dazu in regelmäßigen Abständen Helferkonferenzen mit den professionellen HelferInnen: Krankenpflegerinnen, Mitarbeiterinnen der Hauspflege, Basisarzt, Sozialassistentin - zum nötigen Informationsaustausch, zur bestmöglichen Vernetzung der Ressourcen sowie zur Klärung der nächsten Schritte. Mit allen Beteiligten galt es in dieser Krisensituation - auch außerhalb dieser Treffen - ständig in Kontakt zu bleiben.
Zudem wurden von der Familienarbeiterin alle nächsten Angehörigen zu einem Treffen eingeladen, wo sowohl die krankenpflegerischen Aspekte Frau NN betreffend als auch die sozialarbeiterischen die Kinder betreffend offen besprochen wurden und man Klarheit in der gemeinsamen Vorgehensweise schaffte.
Daraus ergab sich in Zusammenarbeit mit dem Basisarzt die Organisation und Begleitung einer Gruppe von freiwilligen Helferinnen, welche rund um die Uhr Frau NN betreuen sollten und somit ihr Verbleiben zu Hause ermöglicht werden sollte.

Gemeinsam mit der Sozialassistentin wurden Gespräche mit zwei Ehepaaren geführt, um zu überprüfen, ob ein Paar eventuell eine Pflegeelternschaft übernehmen würde.

Von Beginn der Fallübernahme an besuchte die Familienarbeiterin Frau NN und die Kinder ein- bis zweimal wöchentlich. So konnte sie in kurzer Zeit eine minimale Vertrauensbasis schaffen, was Voraussetzung dafür war, um mit Frau NN über die anstehenden Themen „Umgang mit Krankheit und Tod in Zusammenhang mit den Kindern“ sprechen zu können. Die telefonische Unterstützung der Familienarbeiterin durch den Psychoonkologen von Frau NN erleichterte das Herangehen an dieses schwierige Thema. So kam es dann auch zu gemeinsamen Gesprächen mit Frau NN und ihren Kindern, um die Kinder möglichst offen und sanft auf den bevorstehenden Tod ihrer Mutter vorzubereiten.
Darauf folgten Gespräche mit dem Ehepaar, welches sich für die Pflegeelternschaft entschieden hatte. Damit war es möglich den Kindern in der Zeit dieser großen Verunsicherung ein Mindestmaß an Sicherheit und Klarheit für ihre unmittelbare Zukunft zu geben.

Die Rolle der Familienhelferin als Begleiterin und Ansprechperson wurde von den Angehörigen und vom gesamten Helfersystem wohlwollend aufgenommen und schaffte für viele direkt und indirekt Beteiligten eine sichtliche Erleichterung, da sich zuvor niemand verantwortlich gefühlt hatte, die anstehenden Entscheidungen zu treffen und somit ein Gefühl von Überforderung auf den Helferinnen und Angehörigen zusätzlich lastete.

Frau NN verstarb Ende September zu Hause. Ihre Kinder kamen zur Pflegefamilie. Die Familienarbeiterin unterstützt und begleitet diese Familie weiterhin bei ihrer neuen herausfordernden Aufgabe.


Magdalena Kofler - Familienarbeiterin