Die Räte der Bezirksgemeinschaft Eisacktal genehmigten in der Sitzung vom 17. Dezember einstimmig den von Generalsekretär Johann Grünfelder ausgearbeiteten und vom Bezirksausschuss vorgelegten Haushaltsentwurf für das kommende Jahr. Er ist in seinem Umfang von rund 34,5 Mio. zwar um etwa 5% niedriger als der vorangegangene Haushalt 2009, wird aber mit seinem Investitionsvolumen einen Schwerpunkt in der Regionalentwicklung setzten.
In den Führungsausgaben von insgesamt 22,75 Mio. Euro fallen die durch die Wirtschaftskrise der letzten Zeit in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Einzelpersonen und Famililen auf. Deshalb steigen die Ausgaben für die Sozialhilfe beträchtlich. Sie erhöhen sich um etwa 550.000 Euro, davon betreffen 10% die Erhöhung die Tagessätze und 17% ganz allgemein die finanzielle Sozialhilfe wie Lebensminimum, Mietzuschuss und Sonderleistungen.
Im Bereich Abwasserwirtschaft können hingegen durch die Erzeugung von Strom durch Klärschlämme und die damit zusammenhängenden geringeren Aufwendungen für die Klärschlammentsorgung Einsparungen von 165.000 Euro erzielt werden.
Die Finanzgebarung für Investitionen im Jahre 2010 von 3,3 Mio. Euro baut auf eine Konsolidierung des Investitionshaushaltes im Jahr 2009 auf – zahlreiche Investitionen waren bis dahin getätigt. Nach diesem Jahr mit geringeren Investitionen wird nun 2010 einiges an neuen Investitionen erforderlich. Dafür ist im Haushalt für das kommende Jahr durch sparsame Verwaltungsführung und eine zurückhaltende Ausgabenpolitik im vergangenen Jahr, wieder genügend Spielraum vorhanden. Die Investitionen des zweitgrößten Arbeitgebers im Eisacktal mit über 300 festangestellten bzw. freien Mitarbeitern und 80 freiwilligen Helfern werden sich in Zeiten der wirtschaftlichen Zurückhaltung sicher positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken und entsprechende Impulse geben.
Schon seit geraumer Zeit setzt die Bezirksgemeinschaft auf die Entwicklung eines nachhaltigen, ressourcenschonenden und wertschöpfenden Wirtschaftsgefüges im Eisacktal. Dafür soll die Erweiterung der inzwischen außerordentlich beliebten Themenwege und Radwege dienen. Für deren Ausbau sind fast 1,5 Mio. Euro vorgesehen. In diesen Ausgaben ist nicht nur der Ausbau der Wege enthalten, sondern auch eine künftig engere Zusammenarbeit in der touristischen Vermarktung mit der SMG, der Südtiroler Marketing Gesellschaft. Eine höhere Anzahl von Gästen im „sanften“ Tourismus wird mit den zusätzliche Einnahmen im Fremdenverkehr des Eisacktales diese Ausgaben für die Infrastruktur mehr als rechtfertigen – eine weitsichtige und ganzheitlich verstandene Strategie, die auch der Bewahrung der landschaftlichen Schönheiten im Eisacktal dient.
Weitsichtig ist auch die von der Bezirksgemeinschaft geplante Investitionspolitik für die Reinhaltung der Gewässer und der Abfallwirtschaft. Geplant ist der Ausbau der Kläranlage „Unteres Eisacktal“. Ein Planungswettbewerb zur Ermittlung des besten Kosten-Nutzen-Verhältnises ist bereits entschieden, das Ergebnis wird demnächst vorgestellt. Für 2010 sind für die Planung 300.000 Euro und für den Bau in den Jahren 2011/12 rund 5,0 Mio. Euro vorgesehen. Die Abfallbewirtschaftung wird ein Investitionsvolumen von ca. 750.000 Euro benötigen, um neben diversen Erfordernissen vor allem die Stillegung und Renaturierung der Deponie in Schabs zu finanzieren.
Die Sozialdienste werden bei den Investitionen auch nicht leer ausgehen. Über 100.000 Euro sollen für den erforderlichen Fuhrpark ausgegeben werden (Stichwort: Essen auf Rädern) – der Gesamthaushalt in diesem Bereich wird auf über 600.000 Euro ansteigen, was etwa einer Erhöhung von einem Drittel gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Dass genügend Geld für alle diese erforderlichen Maßnahmen zur Verfügung steht ist nicht zuletzt auch der rationalisierten internen Verwaltung zu verdanken. Das neue Management der Verwaltungsstruktur hat dazu geführt dass die Zentralverwaltung nur mehr 5,7% des Haushaltes erfordert – gegenüber mehr als 7% vor Beginn der Umstrukturierung. Selbst wenn auf die Gemeinden in der kommenden Zeit wegen der gestiegenen Sozialanforderungen höhere Beiträge an die Bezirksgemeinschaft zukommen sollten, so können sie doch beruhigt auf eine solide und sparsame Finanz- und Haushaltsgebarung vertrauen.